
Liparische Inseln
Die Äolischen oder Liparischen Inseln bilden ein bezauberndes Archipel vor der Nordküste Siziliens. Wie Perlen aus dunklem Vulkangestein ragen sie seit Urzeiten aus dem saphirblauen Meer und ziehen immer mehr Reisende in ihren Bann, die die herrlichen Inseln als Krönung ihres Siziliensurlaubs ansteuern.
Mindestens sieben Tage sollte man sich Zeit nehmen für diese magischen, schon von Homer besungenen Eilande.
Der griechischen Sage nach suchten Äolus, Gott der Winde, und Vulcanus, Gott des Feuers, auf ihrer Flucht vom Olymp Zuflucht auf den Inseln. Und bis heute haben sich die ‘sieben Schwestern’, so unterschiedlich und doch gleichermaßen wunderschön und wild in ihrer Ursprünglichkeit, ihren mythischen Zauber erhalten.
Lipari ist die größte und am stärksten besiedelte, Vulcano die Insel des Feuers, Stromboli die aktive, Lava spuckende, Salina ein grünes Juwel, Panarea die kleinste und mondänste, Alicudi und Filicudi die herben, naturbelassensten.
Auf der Hauptinsel Lipari findet seit 1983 jeden Sommer, zwischen Juli und August, eine cinematografische Fachmesse statt. Hier trifft sich die ganze Welt des Kinos, darunter viele Stars und Berühmtheiten. Doch die Insel hat auch ganzjährig viel zu bieten: das großartige Äolische Museum, der Archäologische Park und zahlreiche weitere lohnende Ausflugsziele, darunter Canneto, 5km nördlich von Lipari-Stadt an der Ostküste, wo man die dort das Meerwasser hell verfärbenden Bimssteinbrüche und erkaltete Ströme des einst sehr wertvollen Vulkangesteins Obsidian besichtigen kann - sowie all die kleinen Grotten und Buchten, die zum Baden einladen.
Die Insel Vulcano, die Lipari fast berührt, ist berühmt für ihre allgegenwärtige vulkanische Aktivität, sei es auf den Kraterhängen als auch direkt im und am Meer. Gleich neben dem östlichen Hafen, Porto di Levante, ist ein großer Bereich des Meeres in ständigem Aufruhr, borhaltige Gasemissionen und Dampfquellen, sogenannte Fumarolen, bringen das Wasser stellenweise zum Brodeln.
Dieselbe Aktivität beobachtet man auch am Strand, wo man sich diesen ‘Whirlpool-Effekt’ und das warme Wasser für eine Art großen, natürlichen Badepool mit Fango- und Thermalbadanwendungen zunutze macht. Sehenswert sind außerdem die ‘Grotta del Cavallo’ (Pferdehöhle), Grotta dell'Allume (Alaunhöhle) und natürlich der 390m hohe Kraterschlund, circa eine Stunde Fußmarsch von der östlichen Mole entfernt. Von den Flanken des Vulkans aus bietet sich ein atemberaubendes Panorama der bizarren, schwefelgelben Insellandschaft.
Salina ist die grünste Insel des Archipels und stellt einen zauberhaften Kontrast zu den Farben des Meeres dar. Bei einer Inselrundfahrt reihen sich eine Vielzahl faszinierender landschaftlicher Highlights und Fotomotive aneinander. Sechs Vulkane prägen Salina: Von den ältesten, Capo, Pizzo del Corvo und Monte Rivi sind nur noch Überreste zu sehen, die Vulkane Monte dei Porri und Fossa delle Felci, der ‘Farngraben’ und mit 962m die höchste Erhebung des Archipels, haben sich hingegen ihre perfekte konische Form bewahrt.
Panarea, die chicste der Äolischen Inseln, ist beliebter Treffpunkt des Jet-Set, ‘der Schönen und Reichen’, aber auch Geheimtipp für einfach jeden, der das Meer liebt und von all den traumhaften Buchten und winzigen verborgenen Stränden begeistert sein wird, die die zerklüftete Küste sprenkeln. Mit seiner großen Artenvielfalt ist das Meer um Panarea auch Ziel passionierter Sportfischer. Einen Besuch wert ist das prähistorische Dorf am südwestlichen Zipfel der Insel, die zauberhafte Bucht ‘Cala Junco’ sowie die Inselchen Basiluzzo, Lisca Bianca, Lisca Nera und Dattilo. Doch am besten erkundet man die Schönheiten der kleinsten Liparischen Insel, indem man sie einmal ganz umrundet.
Stromboli steht für Natur pur, schwarze Sand- und Felsstrände und ungezähmte vulkanische Aktivität. Der Stromboli zählt zu den aktivsten Vulkanen der Erde, sein Hauptkrater stößt ca. alle 20 Minuten hohe, von einem Donnerhall begleitete Magmafontänen aus und es regnet Lava und ‘lapilli’ genannte Gesteinsbrocken. Die glühend roten Ströme ergießen sich dann die Feuerbahn ‘Sciara del Fuoco’ hinab bis ins Meer. Das einzigartige Schauspiel genießt man am besten in den Abend- und Nachtstunden vom Boot aus, einige Minuten Fahrt von Insel und Hafen entfernt. Oder man nimmt an einer geführten Tour zum über 900m hohen Gipfel teil, um die Eruptionen hautnah zu erleben.
Eine Bootsfahrt rund um die Insel führt zum langen Strand von Scari, zur Südspitze ‘Punta Lena’, wo die malerischen weißen Häuschen und hohen Palmen an ein arabisches Dorf erinnern, und zum Hauptstrand von Ficogrande neben dem kleinen Hafen, wo einst die großen Handelsschiffe anlegten.
Filicudi, eine leicht oval geformte Insel mit kleinem ‘Anhängsel’ im Südosten, dem Halbinselchen Capo Graziano, ist eingefasst von zerklüfteten Küsten, Steilklippen und kleinen Strandabschnitten. Hier und da sind tiefe Grotten zu bewundern, wie z.B. die ‘Grotta del Maccatore’, ‘Grotta di San Bartolomeo’, ‘Grotta del Perciato’ und, die berühmteste unter ihnen, die ‘Grotta del Bue Marino’. Diese Grotte des legendären ‘See-Ochsen’ ist ein zauberhafter, geradezu mystischer Ort und einer der reizvollsten Winkel des gesamten Liparischen Archipels. Malerische schroffe Felsklippen rund um die Insel, wie der 85m hohe ‘Scoglio della Canna’, runden die fantastische Naturkulisse ab.
Alicudi, einst Ericusa genannt, ist die ruhigste, ursprünglichste und nur schwach besiedelte Insel. Eine Rundfahrt um das am weitesten westlich liegende Inselchen bietet ein immer wieder traumhaftes Panorama: terrassenförmig angelegte Hänge, Steilküsten aus schwarzem Fels, Täler und Schluchten, die sich zu einer faszinierenden, rauen und zugleich magischen Landschaft zusammenfügen. Auch diese Insel besteht aus einem längst erloschenen Vulkan und hat sich ihre typische konische Form voll erhalten. Haupteinnahmequellen sind noch heute das Meer und vor allem das Unterwasserfischen, das inzwischen auch international mehr und mehr Fans anlockt.
Eines ist sicher: Die ganze Schönheit der Liparischen Inseln, die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurden, lässt sich mit bloßen Worten schwer beschreiben, man muss sie einfach vor Ort erleben! Nehmen Sie doch unseren Routenvorschlag mit einem Tag pro Insel als Anregung und lassen Sie sich verzaubern von unvergesslichen Eindrücken im Reich von Äolus!
